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Wie läuft eine Queere JuLeiCa ab?

Für alle die mich nicht kennen: Mein Name ist Andre Quas und ich bin im Leitungsteam der Queeren Wespen Gifhorn.

 

Ich habe mich dazu entschieden die queere JuLeiCa-Ausbildung in der Akademie im Waldschlösschen zu absolvieren. Aber was ist eigentlich eine JuleiCa? Eine JuleiCa ist ausgeschrieben, eine Jugendleiter_innen Card. Es bedeutet, dass du in einer Jugendgruppe eine Leitungsfunktion einnehmen darfst und dafür entsprechend qualifiziert wurdest.

 

Die Themen die wir vermittelt bekommen haben, kannte ich tatsächlich schon aus meiner Ausbildung. Dennoch war es definitiv die richtige Entscheidung hier her zu kommen und diese Zusatzausbildung zu machen, da wir hier auf viele Themen ganz unterschiedlich eingegangen sind. Aber fangen wir doch mal von Anfang an:

 

Tag 1

 

Nach einer langen Anreise mit insgesamt 3 Stunden Fahr- und Wartezeit, kam ich müde und hungrig im Waldschlösschen an. Ich meldete mich an, ging auf mein Zimmer und richtete mich ein. Das Hungergefühl wuchs und ich kaufte mit eine Packung Erdnussflips und einen Schokorigel. Um 15:15 Uhr fingen wir dann an uns mit ein paar Spielen besser kennenzulernen. Dies taten wir dann bis zum Abendessen um 18:30 Uhr. Nach dem Essen ging es noch um ein paar organisatorische Sachen, wie zum Beispiel den „Fahrplan“ für die Woche, die Coronamaßnahmen, wann es wie Essen gibt und so weiter. Den Abend ließen wir dann gemütlich ausklingen, da viele wirklich eine anstrengende Anreise hatten.

 

Tag 2

 

An Tag 2 starteten wir erneut mit ein paar Kennenlernspielen und stiegen in die erste Einheit ,„Kommunikation“, ein. Egal ob Verbal oder Non-Verbal, laut Wazlawik kann man nie nicht kommunizieren. Verwirrend? Ich erkläre es euch. Egal ob du mit jemandem sprichst, ihn anguckst oder einfach nur gestikulierst. Jeder dieser genannten Punkte sind Formen der Kommunikation. Der andere Wissenschaftler, über den wir uns unterhalten haben, war Schulz von Thun. Schulz von Thun beschrieb die Kommunikation anhand eines so genannten „Vier-Ohren-Modells“. Ihr müsst euch das ungefähr so vorstellen: Von Thun stellt sich den Menschen mit vier Ohren vor, die eine Nachricht ganz anders aufnehmen können, als es eigentlich gemeint war. 

Nach dieser Einheit gingen wir dann in die Mittagspause. Mit leckerem Essen und Tischtennis nutzten wir die Zeit, um uns noch etwas besser kennenzulernen.

Es ging dann weiter mit Gruppenstrukturen, um genau zu sein mit Gruppenphasen. Nach dieser Einheit hatten wir dann auch schon Feierabend und konnten gemütlich das Abendessen genießen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

 

 

Tag 3

 

An Tag 3 stiegen wir nach dem Frühstück in die Einheit "Gruppenpädagogik 2" ein und unterhielten uns über Gruppenrollen. Das bedeutet, dass jeder Mensch in einer Gruppe eine Funktion/eine Rolle hat, wie zum Beispiel: Den Anführer, den Clown, die Gossipzentrale oder den Streber. Mit dieser Einheit, welche mit sehr vielen und guten Methoden ausgeschmückt war, beschäftigten wir uns bis zur Mittagspause. Nach dem Mittagessen ging es mit "Gruppenpädagogik 3", mit dem Schwerpunkt „Gruppenleitererziehungsstile“ weiter. Anschließend beschäftigten wir uns mit Jugendverbandstrukturen und wie diese funktionieren. Nach dem Abendessen ging es dann in die letzte Einheit für den Tag, nämlich der Spielepädagogik und wie es der Name schon sagt, haben wir verschiedene Spiele gespielt. Nach den ganzen Spielen ließen wir dann den Abend wieder gemütlich ausklingen und gingen zufrieden und ausgepowert schlafen.

 

 

Tag 4

 

HALBZEIT

Wow das ging ja schon schnell und nun ist die Hälfte der Woche rum. Nach dem Frühstück stiegen wir in die Einheit „Funktionen in Gruppe“ ein und teilten uns in Gruppen auf. Jede dieser Gruppen musste zu einer Flipchart gehen und ein Schreibgespräch führen. Auf jeden Flipchart stand immer eine Frage, wie zum Beispiel "Wieso brauchen wir Jugendgruppen?" Nach 10 Minuten wurde dann immer gewechselt. Wir haben noch viele weitere Methoden gemacht, aber diese erschien mir am wichtigsten. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit Persönlichkeitskeitsbildung. Das war eine etwas andere Einheit, aber sie half um in sich zu gehen. Im ersten Teil sollten wir eine Mindmap zu uns selbst erstellen und in die Kreise schreiben, was uns ausmacht. Im zweiten Teil hatten wir dann die Möglichkeit aus Wolle oder Büroklammern in verschiedenen Farben Armbänder herzustellen. Nach dem Abendessen ging es dann weiter mit Sexualpädagogik.

 

 

Tag 5

 

Am fünften Tag stiegen wir nach dem Frühstück in die Einheit "Konflikte" ein und unterhielten uns insbesondere darüber, wie Konflikte in Gruppen entstehen können und was man alles tun könnte, um diese zu vermeiden oder zu lösen. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit "Teamarbeit". Und nach dieser Einheit ging es dann zum Abendessen und in den Feierabend.

 

Tag 6

 

Am sechsten Tag unterhielten wir uns über den rechtlichen Rahmen. Wir sprachen über den Jugendschutz, das Medienrecht und viele weiter Gesetze. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit dem Thema "Nähe und Distanz". Da ging es zum Beispiel darum, dass es von großem Nachteil sein kann als Leitung einer Gruppe eine Beziehung mit einer teilnehmenden Person einzugehen. Egal auf welche Art und Weise.

Den Abend nutzten wir dann, um unsere Gruppenstunden vorzubereiten. Gruppenstunden?

 

Tag 7

 

Es ist Zeit für unsere Gruppenstunden. Ihr fragt euch bestimmt was ich damit meine. Am Anfang der Woche wurde uns mitgeteilt, dass wir ja nicht nur stumpf Theorie machen können und auch praktisch aktiv werden müssen. Deshalb haben wir uns in Zweier/- und Dreiergruppen zusammengetan und eine Gruppenstunde geplant. Ihr könnt diese Gruppenstunde quasi als Prüfung sehen. Ich komme mal direkt zu meiner Gruppenstunde: Ich war eigentlich in einer Dreiergruppe, aber es war leider nicht möglich dies zu Dritt zu machen. Es war nichts Schlimmes, es gab keinen Streit, die Stunde konnte alleine einfach besser durchgeführt werden. Jedenfalls suchte ich mir dann zwei Ersatzleute, die mir unter die Arme gegriffen haben. Wir teilten die Gruppe in zwei kleinere Gruppe auf und gingen in unterschiedliche Richtungen in den Wald wandern. Die Aufgabe bestand darin, bestimmte Sachen aus dem Wald mitzubringen.

 

Tag 8

 

Am letzten Tag ist nicht mehr viel passiert. Wir haben uns gegenseitig Feedback gegeben, räumten gemeinsam den Seminarraum auf, erhielten unsere Zertifikate und traten dann natürlich auch unsere Heimreise an. 

 

 

 

 

Fazit

 

Die Woche im Waldschlösschen ist rum. Ich habe die Zeit sehr genossen. Die ausbildenden Personen waren sehr kompetent und konnten uns die Inhalte auch sehr gut vermitteln.

Die Gruppe habe ich als sehr angenehm und nett wahrgenommen. Im Laufe der Woche habe ich viele dieser Menschen sehr in mein Herz geschlossen.

Die Themen waren sehr abwechslungsreich. Ich hatte Angst, dass ich durch mein bereits vorhandenes Vorwissen nur dasitze und mich langweilen würde, aber dem war nicht so. Ich konnte viele Punkte nochmal vertiefen und neu entdecken.

Insgesamt habe ich das Seminar sehr genossen und würde jedem empfehlen, die darüber nachdenke auch eine JuleiCa zu machen, diese im Waldschlösschen zu tun.

Für weitere Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.

 

Danke fürs Lesen

euer Andre

 

 

Kontakt

 

Queere Wespen Gifhorn

 

Vertreten durch Andre Quas & Dominik Ruder

Ludwig-Jahn-Str. 10 (Veranstaltungsort)

38518 Gifhorn

 

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E-Mail.: Queere-Wespen-Gifhorn@web.de

Die "Queeren Wespen Gifhorn" befinden sich in Trägerschaft des Vereins LAND LuST e.V.